Fehler 1: Die Liquidität wird aus der GuV abgeleitet
Einer der häufigsten und zugleich gravierendsten Fehler ist:
Liquidität aus dem geplanten Ergebnis abzuleiten
Typische Annahmen:
„Wir sind profitabel, also sind wir liquide.“
„Der Gewinn wird sich schon im Cashflow zeigen.“
Diese Logik ignoriert:
Periodenabgrenzungen
Working-Capital-Effekte
zeitliche Verschiebungen von Zahlungen
Gerade wachsende KMU laufen hier in erhebliche Risiken.
Das folgende Bild (aus einem Companyon-Webinar zum Thema Budget- und Liquiditätsplanung) veranschaulicht den Effekt am Beispiel eines großen Projektes: In der GuV wirkt sich das Projekt mit einem Gewinn von 150.000 Euro zu Recht sehr positiv aus. Dennoch führt es in einigen Monaten zu einer sehr negativen Liquidität, da die Geldflüsse (Vorfinanzierung Projekt, verspäteter Zahlungseingang vom Kunden wegen Zahlungszielen) von dem Projektgewinn in der GuV abweichen.
Liquidität: Wirkung der tatsächlichen Zahlungen aufgrund echtem Geldfluss
Fehler 2: Zu grobe Planungshorizonte
Viele KMU planen Liquidität:
quartalsweise
oder nur auf Jahresbasis
Für operative Steuerung ist das häufig zu grob.
Problematisch sind insbesondere:
ungleichmäßige Zahlungseingänge
saisonale Effekte
hohe Einzelzahlungen
Ohne ausreichende zeitliche Auflösung bleiben Engpässe unsichtbar. Die Entwicklung der geplanten Liquidität sollte mindestens jeden Monat analysiert werden. Ein guter Zeitpunkt dafür ist der Abschluss der Buchungen für den vergangenen Monat, da die aktuellen Ist-Zahlen in die Analyse mit aufgenommen werden. Wenn gleichzeitig die Planung in einen Forecast aktualisiert wird, kann die Liquiditätsentwicklung bestmöglich prognostiziert werden.
Diese Webseite zeigt, wie einfach eine monatliche Forecast- und Liquiditätsplanung auch für KMU parallel zum Tagesgeschäft realisierbar ist.
Fehler 4: Unzureichende Berücksichtigung des Working Capital
Working Capital ist einer der größten Liquiditätstreiber, gleichzeitig aber der am häufigsten unterschätzten.
Typische Versäumnisse:
Forderungslaufzeiten werden pauschal angesetzt
Lagerveränderungen nicht geplant
Verbindlichkeiten zu optimistisch bewertet
Das Ergebnis:
systematische Unterschätzung des Liquiditätsbedarfs
Erläuterung: Das Working Capital = Umlaufvermögen – kurzfristige Verbindlichkeiten. Mehr Informationen dazu finden Sie in dem Blogbeitrag "Was ist das Working Capital und welchen Einfluss hat es auf die Liquidität?"
Fehler 5: Investitionen werden isoliert betrachtet
In vielen KMU werden Investitionen:
strategisch sinnvoll begründet
ergebniswirksam bewertet
Die Liquiditätswirkung wird jedoch:
nicht ausreichend simuliert
zeitlich falsch eingeschätzt
Besonders kritisch:
hohe Einmalzahlungen
parallele Tilgungsverpflichtungen
Diese Webseite zeigt, wie einfach die Berücksichtigung von Investitionen in Budgetplänen und bei der Liquiditätsprognose sein kann: https://www.companyon.de/bilanzplanung
Fehler 6: Tilgungen und Kapitaldienste werden unterschätzt
Kredittilgungen:
wirken nicht auf die GuV
belasten aber unmittelbar die Liquidität
In der Praxis werden:
Tilgungspläne zu wenig in die Planung integriert
Zins- und Tilgungsprofile nicht ausreichend simuliert
Gerade bei mehreren Finanzierungen entsteht so ein erheblicher Blindfleck.
Diese Webseite zeigt, wie einfach die Berücksichtigung von Krediten, Zinszahlungen und Tilgungen in Budgetplänen und bei der Liquiditätsprognose sein kann: https://www.companyon.de/bilanzplanung
Fehler 7: Keine Szenarien und Stress-Tests
Viele Liquiditätsplanungen basieren auf:
einem „Best-Case“
stabilen Annahmen
Was häufig fehlt:
Szenarien
Sensitivitätsanalysen
Stress-Tests
Dabei sind es gerade Abweichungen:
verspätete Zahlungen
Umsatzrückgänge
Kostenanstiege
die Liquiditätsprobleme auslösen.
Diese Webseite beschreibt, wie auch in KMU mit begrenzten Ressourcen sehr einfach und schnell in Szenarien geplant werden kann: www.companyon.de/budgetplanung
Fehler 8: Fehlende Integration in die Gesamtplanung
Liquiditätsplanung wird oft:
isoliert
unabhängig von GuV- und Bilanzplanung
erstellt.
Die Folge:
inkonsistente Annahmen
fehlende Wirkungszusammenhänge
begrenzte Steuerungsfähigkeit
Ohne integrierte Planung bleibt Liquidität reaktiv statt steuerbar.
sind oft nicht eingebunden – obwohl sie wesentliche Zahlungsströme maßgeblich beeinflussen. Dadurch bleiben häufig wichtige Informationen unberücksichtigt und die Planung führt zu ungenauen Ergebnissen. Dies können verschobene Projekte/aktualisierte Sales-Forecasts genauso sein wie beispielsweise sich abzeichnende hohe Preissteigerungen im Einkauf.
Warum diese Fehler so häufig auftreten
Typische Ursachen:
Zeitmangel
fehlende Transparenz
historisch gewachsene Prozesse
Werkzeuge, die nicht dafür gemacht sind
Excel verstärkt viele dieser Schwächen, insbesondere bei wachsender Komplexität.
Dabei gibt es speziell für KMU entwickelte Softwarelösungen, die die Controller/Planer und die Geschäftsführung von den manuellen Auswänden in Excel befreien und so viel mehr Zeit für die eigentliche Analyse und Maßnahmenplanung geben. Eine diese Lösungen wird auf dieser Seite beschrieben: www.companyon.de
Wie KMU ihre Liquiditätsplanung professionalisieren können
1. Liquidität als Steuerungsgröße etablieren
nicht nur als Kriseninstrument
Das bedeutet: regelmäßige (monatliche) Planung von Budget und Cashflow, damit Planung und Analyse der Liquidität.
2. Zahlungsströme statt Ergebnisse planen
Notwendig: Fokus auf Ein- und Auszahlungen.
D.h. die Budgetplanung (GuV-Planung oder BWA-Planung) muss durch eine Cashflow-Planung ergänzt werden.
Die meisten Liquiditätsprobleme in KMU sind nicht das Ergebnis falscher Entscheidungen, sondern das Ergebnis unzureichender Planungssysteme.
Unternehmen, die:
Liquidität strukturiert
realistisch
integriert planen
erkennen Risiken früher und handeln souveräner.
Liquiditätsplanung ist kein rein administrativer Aufwand, sie ist ein zentrales Führungsinstrument. Natürlich kosten Planung und Analyse Zeit. Mit den richtigen Werkzeugen kann diese gerade in KMU auf ein Minimum beschränkt werden.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie detailliert sollte eine Liquiditätsplanung sein? So detailliert, dass Engpässe frühzeitig erkennbar werden – nicht detaillierter.
Reicht eine monatliche Planung aus? Für viele KMU nicht, insbesondere bei schwankenden Zahlungsströmen.
Wann ist integrierte Planung sinnvoll? Spätestens bei Wachstum, Investitionen oder steigender Komplexität.