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Welche Controlling-Software eignet sich für ein KMU mit DATEV?

Die Antwort hängt davon ab, wer später und mit welchem Ziel mit den Systemen arbeitet. 16 Lösungen im Vergleich, von DATEV Analyse und Planung über Companyon und Helu bis Tidely, Agicap und LucaNet.

 

Companyon Controlling Software_Endgeräte (Copy)

Welche Controlling-Software eignet sich für ein KMU mit DATEV?

Für ein kleines oder mittleres Unternehmen, dessen Buchhaltung in DATEV liegt, lässt sich der Markt in sechs Gruppen ordnen: Excel als Ausgangspunkt, die DATEV-eigenen Auswertungen, kanzleigetriebene Plattformen wie CANEI, Cheftresor und kontool, Controlling-Lösungen für die Bedienung im Unternehmen selbst wie Companyon, Helu und RentaS, spezialisierte Liquiditätstools wie Tidely, Commitly, finban und Agicap sowie Planungssuiten und BI-Plattformen der Oberklasse wie Corporate Planner, LucaNet, Jedox und Board.

Welche Gruppe passt, hängt an zwei Fragen: Wer bedient das System später, und wird nur Liquidität oder die gesamte Steuerung gebraucht? Wer Ist-Analyse, Planung, Forecast und Liquidität in einem System bündeln und selbst damit arbeiten will, statt auf Zulieferung zu warten, findet in Gruppe 4 in der Regel die passendste Kategorie.

 

Warum die DATEV-Frage die eigentliche Auswahlfrage ist

Rund 80 Prozent der Steuerberater in Deutschland arbeiten mit DATEV. Für die meisten KMU heißt das: Die Finanzbuchhaltung wird beim Steuerberater oder im eigenen Haus in DATEV geführt, und dort liegen die einzigen vollständigen, geprüften Zahlen des Unternehmens. Jede Controlling-Software muss deshalb an genau dieser Stelle ansetzen.

Der betriebswirtschaftliche Kern dahinter ist schnell erklärt. Controlling braucht drei Dinge: eine belastbare Ist-Basis, eine Planung als Vergleichsmaßstab und einen regelmäßigen Abgleich zwischen beiden. Die Ist-Basis liefert die Buchhaltung. Wird sie manuell übertragen, entsteht ein Bruch im Prozess, der Zeit kostet und Fehler produziert. Wird sie automatisch übernommen, entsteht ein laufender Steuerungskreis. Die Qualität der DATEV-Anbindung entscheidet also mit darüber, ob Controlling im Unternehmen dauerhaft stattfindet oder nach einigen Monaten wieder einschläft.

Ebenso wichtig ist eine zweite Frage, die bei der Softwareauswahl oft übersehen wird: Wer soll das System später tatsächlich bedienen? Ein Teil des Marktes richtet sich an Steuerkanzleien, die ihren Mandanten Auswertungen bereitstellen. Ein anderer Teil richtet sich an das Unternehmen selbst. Beide Wege funktionieren, führen aber zu unterschiedlichen Ergebnissen im Alltag.

 

Die drei Wege, wie Zahlen aus DATEV in eine Controlling-Software kommen

  • Datei-Export der Summen- und Saldenliste: Die Summen- und Saldenliste (SuSa) ist die Rohfassung aller Konten mit Salden. Sie entsteht in DATEV ohnehin, weil sie für Buchhaltung und Jahresabschluss benötigt wird. Der Steuerberater exportiert sie als Datei, das Controlling-Tool liest sie ein. Dieser Weg funktioniert immer, erfordert aber monatlich einen Handgriff.

  • Direkte Schnittstelle über die DATEV-Datenservices oder DATEVconnect: Anbieter mit einer Schnittstelle zu DATEV importieren die Daten per Knopfdruck oder automatisch aus dem DATEV-Rechnungswesen. Das ist der komfortabelste Weg, setzt aber die Freigabe der Kanzlei und in der Regel eine Zusatzgebühr voraus. Ein Vorteil ist dies auch für Unternehmensberatungen oder Steuerberatungen, die mehrere Unternehmen betreuen und so den manuellen Aufwand für die Bereitstellung der Daten für die Analyse minimieren.

  • Auswertung innerhalb der DATEV-Welt: Hier bleiben die Daten, wo sie sind, und der Steuerberater erstellt die Analysen. Technisch am einfachsten, macht das Unternehmen aber abhängig vom Takt der Kanzlei.

 

Was sich 2026 verändert hat: die Umstellung bei DATEV

Ein Punkt, der die Auswahl gerade beeinflusst: DATEV hat die beiden On-Premise-Programme Unternehmensplanung und Unternehmensanalyse zum 31. Dezember 2025 abgekündigt. Nachfolgelösung ist die Cloud-Anwendung DATEV Analyse und Planung, verfügbar seit Juli 2024 und Bestandteil des Programmpakets Wirtschaftsberatung classic. Sie besteht aus den Bausteinen Frühwarnservice, Kennzahlenanalyse und Planung, wobei der Planungsteil laut DATEV eine Erfolgs- und Liquiditätsplanung ermöglicht und kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Für die Praxis bedeutet die Umstellung eine Übergangsphase. In Anwenderdiskussionen wurde bemängelt, dass der neuen Cloud-Planung zunächst Bestandteile fehlten, die für eine integrierte Planung im Sinne von IDW-Standards nötig sind. DATEV hat darauf mit dem Hinweis reagiert, eine indirekte Kapitalflussrechnung zu ergänzen, sodass eine integrierte Planung aus Erfolg, Bilanz und Liquidität entsteht. Wer den aktuellen Funktionsstand braucht, sollte ihn direkt bei DATEV oder der eigenen Kanzlei erfragen.

Warum das für die Softwareauswahl zählt: Eine integrierte Planung, die GuV, Bilanz und Cashflow rechnerisch verbindet, ist die Grundlage für Finanzierungsgespräche und für Fortbestehensprognosen nach StaRUG. Unternehmen, deren Planung bisher über die alten DATEV-Programme bei der Kanzlei entstand, sollten deshalb klären, wie sie künftig erstellt wird.

 

Die Übersicht: Controlling-Software mit DATEV im Vergleich

Software DATEV Planung Forecast Liquidität KMU-Fokus
Excel Manueller Export Selbst gebaut Selbst gebaut Selbst gebaut Ja, mit Grenzen
DATEV Analyse und Planung, Controllingreport Native Erfolgsplanung, im Ausbau Ja Ja, mit Liquiditätsmonitor Ja, über die Kanzlei
CANEI DATEVconnect, Datenservice Ja, integriert Ja, rollierend Ja Ja, über die Kanzlei
Cheftresor DATEVconnect Szenarien Eingeschränkt Ja Ja, über die Kanzlei
kontool DATEV-Import Optional Eingeschränkt Eingeschränkt Ja, über die Kanzlei
Companyon Datei-Import und SuSa-Connect Ja, integriert Ja Ja, automatisch aus der Planung Ja, Kernzielgruppe
Helu Geprüfte Schnittstelle Ja, Budget und Szenarien Ja Ohne Bankanbindung Ja, ab mittlerer Größe
RentaS SuSa-Import Ja, integriert Ja Ja Ja
Tidely Ja, ab Professional Cashflow-Budget Ja, tagesaktuell Ja, Kernfunktion Ja
Commitly Ja, in höheren Paketen Cashflow-Budget Ja, tagesaktuell Ja, Kernfunktion Ja
finban Ja Budget Ja Ja, Kernfunktion Ja, Kleinstbetriebe
Agicap Ja, über Integration Ja, Budget und Szenarien Ja, tagesaktuell Ja, Kernfunktion Eher nicht
Corporate Planner Geprüfte Schnittstelle Ja, umfassend Ja Ja Bedingt
LucaNet Geprüfte Schnittstelle Ja, umfassend Ja Ja Eher nicht
Jedox Über Export, individuell Ja, umfassend Ja Ja, konfigurierbar Eher nicht
Board Über Export, individuell Ja, umfassend Ja Ja, konfigurierbar Nein

 


 

 

Gruppe 1: Excel als Ausgangspunkt

Fast jedes KMU beginnt seine Unternehmenssteuerung mit einer Tabellenkalkulation. Deshalb ist Excel der Maßstab, an dem sich jede Software messen lassen muss.

 

Excel: die kostenlose Basis-Lösung mit DATEV-Export

Die SuSa lässt sich aus DATEV problemlos exportieren und in Excel weiterverarbeiten.

Stärken: überall vorhanden, keine Zusatzkosten, völlige Freiheit in der Modellierung.

Grenzen: Jeder Monatswechsel bedeutet Handarbeit. Kontenzuordnungen müssen gepflegt werden, Formeln brechen unbemerkt, und das Wissen hängt an einer Person. Eine integrierte Liquiditätsprognose, die sich automatisch aus Planung und Ist-Zahlen ergibt, ist in Excel mit vertretbarem Aufwand kaum stabil zu halten. Mit den Grenzen von Excel in der Unternehmensplanung beschäftigt sich dieser Blog-Artikel: Warum Excel in der Unternehmensplanung an seine Grenzen stößt

Für wen: sehr kleine Unternehmen mit einfachen Strukturen und einem zahlenaffinen Geschäftsführer.

 

 


Gruppe 2: die DATEV-eigenen Lösungen

Wer mit DATEV bucht, kann Auswertung und Planung innerhalb der DATEV-Welt belassen. Die Werkzeuge dafür liegen allerdings überwiegend in der Steuerkanzlei.

 

DATEV Analyse und Planung, Controllingreport und Liquiditätsmonitor

DATEV bietet ein umfangreiches Instrumentarium. Der Controllingreport ergänzt die BWA um Kennzahlen, Trends und Grafiken. Der Frühwarnservice prüft die Buchhaltung automatisch anhand von Schwellenwerten auf Auffälligkeiten. Die Kennzahlenanalyse zeigt Abweichungen bei Ertrags-, Bilanz- und Liquiditätskennzahlen inklusive Zeitreihen und Branchenvergleich. DATEV Analyse und Planung erlaubt Erfolgs- und Liquiditätsplanung, und der Liquiditätsmonitor online liefert eine tagesaktuelle Vorschau, die Bankumsätze per Mustererkennung hochrechnet und damit unabhängig von der Buchführung arbeitet.

Stärken: keine Schnittstellenprobleme, geprüfte Datenbasis, Branchenvergleich inklusive, tiefe Integration in die Kanzleiprozesse.

Grenzen: Diese Werkzeuge sind vorwiegend Kanzleiprodukte. Sie werden vom Steuerberater lizenziert, eingerichtet und meist auch interpretiert. Für das Unternehmen bedeutet das Auswertung im Rhythmus der Kanzlei statt eigenständiges Arbeiten mit Szenarien, dazu in der Regel eine zusätzliche Honorarposition. Der Funktionsstand der neuen Cloud-Planung befindet sich zudem im Ausbau.

Für wen: KMU mit engem, beratungsstarkem Steuerberater und überschaubarem Steuerungsbedarf.

 


Gruppe 3: kanzleigetriebene Plattformen

Diese Anbieter verkaufen an Steuerkanzleien, die damit ihre Mandanten betreuen. Das Unternehmen erhält Zugang, ist aber nicht der Käufer.

 

CANEI: integrierte Planung über die Steuerkanzlei

Die CANEI AG aus Dortmund ist seit 2021 DATEV-Partner, und die Lösung wird teilweise unter dem Namen DATEV Controlling und Planung vertrieben. Daten kommen über DATEVconnect, den Datenservice Export Rechnungswesen oder per Excel-Import. Erzeugt werden vollintegrierte Planungen aus GuV, Bilanz und Kapitalflussrechnung, dazu Kennzahlen- und Potenzialanalysen mit Branchenbenchmarks, rollierende Forecasts, Soll-Ist-Vergleiche sowie Management- und Bankenreports.

Stärken: besonders umfassende integrierte Planung, starke Benchmark-Komponente, ausgereifte Berichte für Bankgespräche.

Grenzen: klar auf die Kanzlei zugeschnitten. Das Unternehmen ist Empfänger der Auswertung, nicht Gestalter. Ohne mitwirkende Kanzlei ist der Zugang schwierig.

 

Cheftresor: Controlling-Cockpit für Kanzlei und Mandant

Cheftresor aus Zwickau ist ein browserbasiertes Cockpit für Kanzleien und deren Mandanten mit automatisierter Übernahme aus dem DATEV-Kanzlei-Rechnungswesen. Abgebildet werden BWA mit Drill-down bis auf Buchungssatzebene, Liquidität, offene Posten, Personalkosten, ein Steuerzahlungskalender, ein Frühwarnsystem und Szenarien für Preis- oder Produktänderungen.

Stärken: hohe Datentiefe, gute Verzahnung von Rechnungswesen und Lohn, Berichte im Kanzleidesign.

Grenzen: Der Schwerpunkt liegt auf Transparenz und Kommunikation, weniger auf integrierter Unternehmensplanung. Preise werden nicht öffentlich kommuniziert. Der Zugang läuft über die Kanzlei.

 

kontool: mobiles Controllingsystem für Mandanten

kontool ist ein mobil ausgelegtes Controllingsystem für Steuerberater und ihre Mandanten. Die Einrichtung erfolgt per DATEV-Import, die Auswertung in einem grafischen Cockpit mit Kennzahlen, Vorjahresvergleichen und Handlungsempfehlungen, optional mit Planung.

Stärken: sehr einfache Bedienung, schneller Einstieg, gute Darstellung für Nutzer ohne Finanzhintergrund.

Grenzen: funktional schlanker als spezialisierte Planungslösungen, insbesondere bei Liquiditätsprognose und Szenarien. Auch hier ist die Kanzlei der Ausgangspunkt.

 

 

Companyon: Planung, Controlling & Liquidität für KMU

Companyon ist auch ein Tool, das von KMU intern im Unternehmen eingesetzt werden kann. Gleichzeitig ist es eine passende Lösung für Unternehmensberatungen und Steuerberatungen, die ihre Mandanten bei Planung und Controlling effizient unterstützen können. Für diese Zielgruppe bietet Companyon ein spezielles Partnerprogramm.

Stärken: innerhalb von Minuten startklar, Möglichkeiten zur Individualisierung für die Kanzlei (Branding, Kennzahlen usw.).

Grenzen: speziell für die Anforderungen kleiner Unternehmen und des Mittelstandes entwickelt. An internationale Unternehmen richten sich eher die Konzernlösungen.

 


Gruppe 4: Controlling und Planung im Unternehmen selbst

 

 

Companyon: Planung, Controlling und Liquidität aus DATEV-Daten

Companyon ist eine Controlling-Software, die speziell für kleine und mittlere Unternehmen entwickelt wurde und vom Unternehmen selbst bedient wird. Die Summen- und Saldenlisten werden per Upload in wenigen Minuten eingelesen, alternativ übernimmt DATEV-SuSa-Connect die Aktualisierung auf Knopfdruck direkt aus DATEV, ohne manuellen Dateitransfer. Aus diesen Daten entstehen automatisch eine verständliche BWA und unterjährige Bilanz, Kennzahlen und Charts. Darauf setzen Budgetplanung, Personal-, Investitions- und Finanzierungsplanung auf, aus denen die Liquiditätsprognose automatisch abgeleitet wird.

 

Vorteile

  • Ist-Analyse, Planung, Forecast und Cashflow-Planung greifen in einem System ineinander, statt über mehrere Tools verteilt zu sein

  • Der Einstieg dauert Minuten statt Monate, weil auf Daten aufgesetzt wird, die im Unternehmen ohnehin jeden Monat entstehen

  • Soll-Ist-Vergleiche und Szenarien entstehen ohne Formelpflege, etwa für eine Investition, eine Neueinstellung oder einen Umsatzeinbruch

  • Geschäftsführung, kaufmännische Leitung und Controlling arbeiten mit derselben Datenbasis, auch wenn nicht alle Beteiligten einen Finanzhintergrund haben

  • Konsolidierung mehrerer Unternehmen ist als Funktion in Companyon verfügbar, ebenso die Abbildung von Kostenstellenstrukturen

  • Über ein Partnermodell können Steuer- und Unternehmensberater eingebunden bleiben, ohne dass das Unternehmen die Kontrolle über das System abgibt

 

Zu beachten

  • Für Konzernkonsolidierung über viele Gesellschaften und internationale Standorte sind LucaNet oder Corporate Planner tiefer aufgestellt

  • Die Liquiditätsprognose ist planungsbasiert und nicht auf eine Echtzeit-Bankanbindung ausgelegt. Wer eine taggenaue Cash-Steuerung inklusive Zahlungsfreigaben braucht, kombiniert sinnvollerweise mit einem spezialisierten Liquiditätstool

 

Für wen: KMU, die ihr Controlling bisher aus BWA-PDF und Excel-Tabellen zusammensetzen und ein System suchen, das ohne Einführungsprojekt startet. Genutzt wird es sowohl dort, wo die Geschäftsführung selbst steuert, als auch dort, wo ein eigenes Controlling die manuelle Aufbereitung von Daten automatisieren möchte.

 

Helu: Reporting und Planung mit hoher Detailtiefe

Helu ist eine Plattform für Finanzreporting, Controlling und Planung mit geprüfter DATEV-Schnittstelle. Auswertungen reichen bis auf Einzelbuchungsebene mit Drill-down, dazu kommen frei konfigurierbare Dashboards, Budget- und Soll-Ist-Vergleiche, Forecasts, Szenariosimulationen und eine konsolidierte Sicht auf Tochtergesellschaften.

Stärken: hohe Detailtiefe, flexibles Mapping der Konten auf eigene GuV- und Bilanzstrukturen, starke Szenariomodellierung, gute Eignung für Finance-Teams, die aus Excel-Modellen herauswachsen.

Grenzen: Der Schwerpunkt liegt auf strategischer Planung und Analyse. Operative Aufgaben wie Bankanbindung, Zahlungsverkehr oder Rechnungsfreigaben gehören nicht zum Funktionsumfang, eine tagesaktuelle Cash-Steuerung ist damit nicht abgedeckt. Die Einrichtung ist aufwendiger als bei fertig konfigurierten KMU-Lösungen, und Preise werden individuell kalkuliert.

Für wen: Unternehmen ab etwa 50 Mitarbeitenden mit eigener Finanzfunktion und hohem Reporting-Anspruch.

 

RentaS: bankfähige Planung für Gründer und KMU

RentaS ist eine browserbasierte Controllingsoftware aus der Steuerberatungspraxis, die Planung, Rentabilitätsvorschau, Liquidität, Finanzierung und Berichte verbindet. Der dokumentierte Importweg ist die Summen- und Saldenliste als Jahresübersicht aus DATEV oder SIMBA, aus der über die Kontenzuordnung BWA, Bilanz und Kennzahlen entstehen.

Stärken: starker Fokus auf bankfähige Planungsunterlagen, geeignet für Gründung, Förderung und Finanzierungsgespräche, persönliche Einführung durch den Anbieter.

Grenzen: kleiner Anbieter mit entsprechend begrenztem Ökosystem. Der Import ist an eine bestimmte DATEV-Auswertung gebunden, eine automatisierte Schnittstelle über die Datenservices ersetzt den Dateiweg nicht.

Für wen: Gründer, kleine Unternehmen und Berater, die Planung und Finanzierung strukturiert aufbauen wollen.

 


Gruppe 5: spezialisierte Liquiditätstools

Diese Lösungen sind auf Zahlungsströme ausgerichtet. Sie beantworten sehr gut, wie sich der Kontostand entwickelt, und bieten dafür Budgetierung und Szenarien. Die buchhaltungsbasierte Ergebnisanalyse mit BWA, Bilanz und Kennzahlensteuerung ist dagegen nicht ihr Schwerpunkt.

 

Tidely: Liquiditätsmanagement in Echtzeit für KMU

Tidely aus München deckt Liquiditätsmanagement in Echtzeit ab, von der Kurzfristsicht über die 13-Wochen-Planung bis zur Jahresvorschau. Bankkonten werden synchronisiert, Buchungsdaten fließen über die DATEV-Anbindung ein, die ab dem Professional-Paket verfügbar ist. Stärken sind der schnelle Start, das persönliche Onboarding und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Grenze: kein Ersatz für Ergebnisplanung und Kennzahlen-Controlling.

 

Commitly: Cashflow-Software für den DACH-Raum

Commitly ist eine schlanke DACH-Alternative mit starker Bankabdeckung und Szenarien, die sich auch im laufenden Beratungsgespräch durchspielen lassen. Über ein Zusatzmodul für Eingangsrechnungen fließen erfasste Rechnungen mit Fälligkeitsdatum direkt in die Vorschau ein. Die DATEV-Anbindung steht in den höheren Paketen bereit. Grenzen: weniger Buchhaltungsintegrationen als vergleichbare Anbieter und kein persönliches Onboarding.

 

finban: günstiger Einstieg für Kleinstbetriebe

finban ist ein günstiger spezialisierter Einstieg und deckt Cashflow-Management, Liquiditätsprognose und Budgetplanung ab. Geeignet für Solo-Selbstständige, Agenturen und Kleinstbetriebe mit einfachen Strukturen. Für gewachsene KMU mit Personal- und Investitionsplanung ist der Funktionsumfang schmal.

 

Agicap: Cash- und Treasury-Management für Unternehmensgruppen

Agicap ist deutlich breiter aufgestellt als ein reines Cashflow-Tool. Zum Funktionsumfang gehören Echtzeit-Cashflow-Überwachung, Budgetierung und Forecasting, Szenariomodellierung, Kreditoren- und Debitorenmanagement, Netting sowie Konzernkonsolidierung. Angebunden werden mehrere hundert Banken und zahlreiche Drittsysteme, DATEV eingeschlossen.

Stärken: große Funktionstiefe im Treasury-Umfeld, sehr gute Bankenkonnektivität, konsolidierte Liquiditätsplanung über mehrere Gesellschaften.

Grenzen: Der Schwerpunkt liegt auf der Steuerung von Zahlungsströmen, nicht auf der buchhaltungsbasierten Ergebnisanalyse. Preisniveau und Funktionsbreite sind auf mittelständische Gruppen mit eigenem Finanzteam ausgelegt, für ein kleines Unternehmen ohne Treasury-Aufgaben ist das meist mehr als benötigt.

 


Gruppe 6: Planungssuiten und BI-Plattformen der Oberklasse

Diese vier Systeme sind fachlich stark und decken Planung, Forecast und Liquidität umfassend ab. Für ein typisches KMU mit DATEV-Buchhaltung sind sie in Einführungsaufwand und Preis jedoch meist überdimensioniert. Sie stehen hier zur Einordnung, weil sie in Vergleichen regelmäßig auftauchen.

 

Corporate Planner: klassische integrierte Unternehmensplanung

Die Lösung des Hamburger Anbieters Corporate Planning ist ein Klassiker der integrierten Unternehmensplanung und über eine geprüfte Schnittstelle an das DATEV-Rechnungswesen anbindbar, teilweise bidirektional. Sehr breite Abdeckung von Erfolgs-, Bilanz- und Liquiditätsplanung, dafür Einführung und Anpassung typischerweise mit Beratungsleistung. Geeignet für den gehobenen Mittelstand mit eigenen Controlling-Ressourcen.

 

LucaNet: Lösung für Konsolidierung und Unternehmensgruppen

LucaNet ist seit 2019 DATEV-Partner und verfügt über eine große Zahl fertiger Schnittstellen zu Vorsystemen. Schwerpunkt sind Abschluss, Konsolidierung, Planung und Reporting mit einem fertigen betriebswirtschaftlichen Datenmodell. Ohne mehrere Gesellschaften bleibt ein erheblicher Teil des Funktionsumfangs ungenutzt, Preis und Implementierungsaufwand liegen über denen von KMU-Lösungen.

 

Jedox: Planungssoftware mit hoher Flexibilität

Jedox ist eine deutsche Planungs- und BI-Plattform mit Excel-naher Oberfläche und hoher Flexibilität in der Modellierung. Eine DATEV-Anbindung erfolgt in der Praxis über Exportformate oder individuelle Integration, nicht als fertiges KMU-Paket. Die Flexibilität erfordert Konfigurationsaufwand und in der Regel IT-Ressourcen oder externe Berater.

 

Board: Enterprise-Plattform für BI und Planung

Board ist eine internationale BI- und Corporate-Performance-Management-Plattform mit sehr leistungsfähiger Analyse und Planung. Ausgelegt auf größere Organisationen, mit entsprechendem Preis- und Projektaufwand. Für ein KMU mit DATEV-Buchhaltung ist das in der Regel die falsche Größenklasse.

 


Fünf Fragen, die die Auswahl entscheiden

  • Wer bedient das System später tatsächlich? Geschäftsführung, kaufmännische Leitung oder Kanzlei, das trennt Gruppe 3 von Gruppe 4.

  • Reicht der monatliche SuSa-Import? Oder wird eine automatische Schnittstelle über DATEVconnect beziehungsweise die Datenservices gebraucht?

  • Zahlungsströme oder gesamte Steuerung? Reine Cash-Sicht führt zu Gruppe 5, Ergebnisplanung und Soll-Ist-Vergleich zu Gruppe 4.

  • Gibt es mehrere Gesellschaften? Echter Konsolidierungsbedarf über viele Einheiten führt in Gruppe 6.

  • Wie viel Einführungszeit ist verfügbar? Tage oder Monate, das entscheidet oft mehr als der Funktionsumfang.

Frage eins und Frage vier sortieren den Markt am schnellsten. Wer selbst steuern will, kann die kanzleigetriebenen Plattformen überspringen. Wer nicht konsolidieren muss, kann die Oberklasse überspringen. Übrig bleiben KMU-Lösungen und Spezialtools.

 


Häufige Fragen zu Controlling-Software mit DATEV

 

Braucht man für eine Controlling-Software einen eigenen DATEV-Zugang?

Nein. In der Regel genügt es, wenn der Steuerberater die Summen- und Saldenliste bereitstellt. Für automatisierte Schnittstellen über DATEVconnect oder die DATEV-Datenservices ist eine Freigabe der Kanzlei nötig.

 

Ersetzt eine Controlling-Software den Steuerberater?

Nein. Buchhaltung und Jahresabschluss bleiben Aufgabe der Kanzlei. Die Software nutzt diese Daten für Analyse, Planung und Steuerung, also für Fragen, die der Jahresabschluss nicht beantwortet.

 

Reicht die BWA vom Steuerberater nicht aus?

Die BWA zeigt die Vergangenheit und ist nach steuerlicher Logik aufgebaut. Für Steuerung fehlen ihr Planung, Forecast und Liquiditätsvorschau sowie eine Darstellung, die auch Fachfremde ohne Erklärung verstehen. Die BWA des Steuerberaters wird häufig im Unternehmen gar nicht genutzt, da schwer zu verstehen und meist als pdf-Datei zur Verfügung gestellt. Moderne Controlling-Systeme unterstützen bei der Analyse der BWA: Unterschiedliche Ansichten (Monat, Jahr), integrierte Plan-Ist-Vergleiche und Prognosen.

 

Was bedeutet die DATEV-Umstellung zum Jahreswechsel 2025 für mein Unternehmen?

Wenn die Planung bisher über die Programme Unternehmensplanung oder Unternehmensanalyse bei der Kanzlei erstellt wurde, sollte geklärt werden, wie sie künftig entsteht. Nachfolger ist die Cloud-Lösung DATEV Analyse und Planung, deren Funktionsumfang laufend erweitert wird. Den aktuellen Stand kennt die eigene Kanzlei am besten.

 

Welche Software eignet sich für ein KMU ohne Controller?

Lösungen, die fertig konfiguriert sind und auf der Summen- und Saldenliste aufsetzen, etwa Companyon, kontool oder RentaS. Systeme mit hohem Konfigurationsaufwand wie Jedox oder Board setzen eigene Ressourcen voraus.

Dieser Blog-Artikel beschäftigt sich mit dem Thema "Controlling ohne Controller".

 

Welche Controlling-Software hat eine DATEV-Schnittstelle?

Eine Anbindung an das DATEV-Rechnungswesen bieten unter anderem Companyon, Helu, CANEI, Cheftresor, kontool, Corporate Planner und LucaNet. Bei den Liquiditätstools ist die DATEV-Anbindung bei Tidely und Commitly an höhere Pakete gebunden, Agicap bindet DATEV als eines von vielen Drittsystemen an.

 

Wie lange dauert die Einführung?

Bei KMU-Lösungen mit Datenimport aus DATEV liegt der Zeitraum bei Tagen, bei Lösungen wie Companyon sind Sie in Minuten startklar. Bei Planungssuiten für den gehobenen Mittelstand sind Wochen bis Monate realistisch.

 


Fazit: Welches Tool für welches KMU?

  • Nur Zahlungsströme, dafür tagesaktuell: Tidely oder Commitly, für Kleinstbetriebe finban, bei mehreren Gesellschaften und Treasury-Aufgaben Agicap.

  • Auswertung durch den Steuerberater, wenig eigener Aufwand: die DATEV-eigenen Lösungen, CANEI für eine besonders umfassende integrierte Planung, Cheftresor oder kontool für laufende Transparenz.

  • Konsolidierung über viele Gesellschaften: LucaNet oder Corporate Planner, bei hohem Individualisierungsbedarf Jedox oder Board.

  • Detailliertes Reporting und Szenarien mit eigenem Finance-Team: Helu.

  • Bankfähige Planung für Gründung und Finanzierung: RentaS.

  • Planung, Controlling und Liquidität in einem System, selbst bedienbar, schnell startklar: Companyon. BWA, Bilanz, Kennzahlen, Budget-, Personal- und Investitionsplanung sowie die automatische Liquiditätsprognose sind von Anfang an verzahnt, und die Datenbasis ist die Summen- und Saldenliste, die ohnehin jeden Monat entsteht.

Es gibt nicht die eine beste Controlling-Software. Es gibt aber für jede Unternehmensgröße und jede Arbeitsteilung mit der Kanzlei eine passende. Zwei Faktoren entscheiden über den laufenden Nutzen: die Qualität der DATEV-Anbindung und die Frage, ob das Unternehmen selbst mit den Zahlen arbeiten kann oder auf Zulieferung wartet.

 

 

 

Transparenzhinweis und Quellen

Dieser Marktüberblick wurde von der Companyon Analytics GmbH erstellt, also von einem der genannten Anbieter, und mit KI-Unterstützung recherchiert und verfasst. Wertungen sind als solche erkennbar und beziehen sich, wo nicht anders angegeben, auf die Eignung für kleine und mittlere Unternehmen mit DATEV-Buchhaltung.

Stand der Recherche: September 2026. Grundlage sind öffentlich zugängliche Herstellerangaben der genannten Anbieter, die Umstellungs- und Marktplatzinformationen von DATEV, Kundenbewertungen bei OMR und Capterra sowie unabhängige Marktübersichten. Angaben zu Funktionsumfang, Paketen und Preisen können sich seit dem Stand geändert haben.

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