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Plan-Ist-Vergleiche richtig nutzen: So entstehen bessere Entscheidungen

Geschrieben von Claas Eimer | 08.01.2026

Plan-Ist-Vergleiche richtig nutzen: So entstehen bessere Entscheidungen    

 

Kurzfassung (TL;DR)

  • Der Plan-Ist-Vergleich ist ein zentrales Steuerungsinstrument im Controlling

  • Abweichungen sind kein Fehler, sondern wertvolle Informationen

  • Entscheidend ist die Ursachenanalyse, nicht das reine Abweichungsreporting

  • Gute Plan-Ist-Vergleiche verbinden GuV, Liquidität und operative Treiber

  • Richtig genutzt, verbessert der Plan-Ist-Vergleich Entscheidungen und Prognosen

 

Warum der Plan-Ist-Vergleich oft unterschätzt wird

In vielen Unternehmen existiert der Plan-Ist-Vergleich nur formal:

  • monatlicher Bericht

  • rote und grüne Zahlen

  • kurze Kommentierung

Doch häufig bleibt unklar:

  • Warum Abweichungen entstehen

  • Welche Auswirkungen sie haben

  • Welche Entscheidungen daraus folgen

Der Plan-Ist-Vergleich verkommt dann zur Rückschau – statt zur Steuerung.

 

Was ist ein Plan-Ist-Vergleich?

Der Plan-Ist-Vergleich stellt geplante Werte den tatsächlich eingetretenen Ergebnissen gegenüber.

Verglichen werden u. a.:

  • Umsätze

  • Kosten

  • Ergebnis

  • Cashflows

  • Liquiditätsbestände

Ziel ist es, Abweichungen zu erkennen, zu verstehen und daraus Maßnahmen abzuleiten.

 

Diese Webseite zeigt ein Tool, das diese Soll-Ist-Vergleiche automatisch erzeugt. So können Zeit und Aufmerksamkeit vollständig in die Analyse und die Maßnahmenplanung investiert werden: https://www.companyon.de/planung-auswertung

 

Warum Abweichungen kein Problem sind

 

Ein häufiger Denkfehler:

„Abweichungen bedeuten schlechte Planung.“

Tatsächlich gilt:

  • Planung ist immer "nur" eine Annahme über die Zukunft

  • Die Realität weicht zwangsläufig davon ab

Abweichungen sind daher vollkommen normal und wertvoll für die Entscheidungsfindung und mögliche Anpassungen.

Entscheidend ist nicht, dass es Abweichungen gibt, sondern:

  • wie früh sie erkannt werden

  • wie gut sie erklärt werden

  • wie konsequent darauf reagiert wird

 

Typische Schwächen klassischer Plan-Ist-Vergleiche

 

1. Fokus auf Zahlen statt Ursachen

Viele Berichte zeigen:

  • Abweichung absolut

  • Abweichung in Prozent

Aber nicht:

  • operative Gründe

  • strukturelle Effekte

  • zeitliche Verschiebungen

2. Zu grobe Aggregation

Ein Gesamtumsatz sagt wenig darüber aus:

  • welche Produkte

  • welche Kunden

  • welche Regionen

die Abweichung verursachen.

3. Keine Verbindung zur Liquidität

GuV-Abweichungen werden zwar analysiert, mögliche Liquiditätseffekte bleiben aber unberücksichtigt.

 

Der Plan-Ist-Vergleich als Entscheidungsinstrument

Ein wirksamer Plan-Ist-Vergleich beantwortet drei Kernfragen:

  1. Was ist anders als geplant?

  2. Warum ist es anders?

  3. Was bedeutet das für die Zukunft?

Er liefert damit:

  • Entscheidungsgrundlagen

  • Frühwarnsignale

  • Input für Forecasts

 

GuV, Liquidität und operative Treiber verbinden

Ein moderner Plan-Ist-Vergleich betrachtet nicht isoliert:

  • Umsatz

  • Kosten

  • Ergebnis

sondern verknüpft:

  • Ertragslage

  • Zahlungsströme

  • operative Kennzahlen

Beispiel:

  • Umsatz planmäßig

  • Forderungen höher als geplant
    ➡️ Liquidität schlechter als erwartet

Ohne integrierten Blick bleibt dieses Risiko unsichtbar.

 

Plan-Ist-Vergleich und Forecast

Der größte Mehrwert entsteht, wenn der Plan-Ist-Vergleich:

  • nicht rückwärts

  • sondern nach vorne

wirkt.

Abweichungen liefern:

  • bessere Annahmen

  • realistischere Prognosen

  • belastbare Forecasts

So wird Planung zu einem lernenden System.

 

Wie oft sollte ein Plan-Ist-Vergleich erfolgen?

 

Dies ist abhängig von:

  • Unternehmensgröße

  • Dynamik des Geschäfts

  • Liquiditätssituation

Typisch sind:

  • monatliche Plan-Ist-Vergleiche

  • rollierende Forecasts

In kritischen Phasen auch:

  • wöchentlich auf Liquiditätsebene

Diese Webseite beschreibt, wie einfach die Erstellung von Budgetplänen und regelmäßigen Forecasts auch in KMU mit limitierten Ressourcen realisiert werden können: www.companyon.de/planung_einleitung

Dieser Link führt Sie zu einem Blogbeitrag, der sich speziell der integrierten Unternehmensplanung widmet, bei der die drei zentralen Finanzbereiche eines Unternehmens (Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Liquidität) inhaltlich und rechnerisch miteinander verknüpft geplant werden: www.companyon.de/blog/was-versteht-man-unter-einer-integrierten-unternehmensplanung

 

Technische Unterstützung: Warum Tools entscheidend sind

 

Manuell erstellte Plan-Ist-Vergleiche:

  • sind zeitaufwendig

  • fehleranfällig

  • schwer skalierbar

Digitale Lösungen ermöglichen:

  • automatische Aktualisierung

  • konsistente Datenbasis

  • integrierte Sicht auf GuV, Cashflow und Liquidität

Das erhöht Geschwindigkeit und Qualität der Entscheidungen. Zahlreiche Unternehmen realisieren ihr Controlling-System noch auf Basis von Excel. Dieser Blogbeitrag beschreibt, warum dies mit unnötigem Aufwand und hohen Risiken verbunden ist: www.companyon.de/blog/warum-excel-in-der-unternehmensplanung-an-seine-grenzen-stoesst

Diese Webseite erklärt eine Software speziell für KMU, die aus den Buchhaltungsdaten und den Plänen automatische Soll-Ist-Analysen und aktualisierte Prognosen (inklusive einer Liquiditätsprognose) erstellt: www.companyon.de

 

Merksätze für die Praxis

  • Abweichungen sind Informationen, keine Fehler

  • Ursachenanalyse ist wichtiger als Zahlenvergleich

  • Ohne Liquidität ist kein Plan-Ist-Vergleich vollständig

  • Gute Vergleiche verbessern Forecasts und Entscheidungen

Fazit

Der Plan-Ist-Vergleich ist eines der wirkungsvollsten Instrumente im Controlling –
wenn er richtig genutzt wird.

Unternehmen, die:

  • Abweichungen verstehen

  • Zusammenhänge erkennen

  • Planung und Realität systematisch verknüpfen

treffen bessere Entscheidungen, reagieren früher und steuern ihr Geschäft aktiver.