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Controlling ohne Controller: Wie kleine Teams trotzdem professionell steuern

Geschrieben von Claas Eimer | 16.01.2026

Controlling ohne Controller: Wie kleine Teams trotzdem professionell steuern  

 

Viele mittelständische Unternehmen stehen vor einem strukturellen Dilemma:
Die Komplexität nimmt zu, die Verantwortung liegt beim Geschäftsführer – aber ein eigener Controller ist (noch) nicht vorhanden.

Das Ergebnis ist häufig:

  • Controlling „nebenbei“

  • Excel-Lösungen ohne klare Systematik

  • Zahlen, die vorhanden sind, aber nicht wirklich steuern

Dabei ist professionelles Controlling keine Frage der Teamgröße, sondern der Struktur.

 

Kurzfassung (TL;DR)

  • Professionelles Controlling ist auch ohne eigene Controlling-Abteilung möglich

  • Entscheidend sind klare Steuerungslogik, nicht personelle Ressourcen

  • Wenige integrierte Kennzahlen sind wirkungsvoller als zu detaillierte Reports

  • Controlling muss den Geschäftsführer entlasten, nicht zusätzliche Arbeit erzeugen

  • Systeme, Prozesse und Verantwortlichkeiten ersetzen fehlende Spezialisten

 

Warum Controlling oft an fehlenden Ressourcen scheitert – nicht am Willen

 

In kleineren Unternehmen übernimmt Controlling häufig:

  • der Geschäftsführer selbst

  • die Buchhaltung

Das Problem dabei:

  • Buchhaltung ist rückwärtsgerichtet

  • der Geschäftsführer hat durch die Belastungen im Tagesgeschäft kaum Zeit für Detailarbeit

Ohne klare Struktur wird Controlling zur Zusatzbelastung – statt zur Führungshilfe.

 

Controlling braucht nicht unbedingt eine eigene Abteilung – sondern eine klare Logik

Professionelles Controlling besteht im Kern aus drei Fragen:

  1. Wo stehen wir wirtschaftlich?

  2. Wohin entwickeln wir uns?

  3. Welche Entscheidungen beeinflussen diese Entwicklung?

Diese Logik lässt sich auch ohne Controller abbilden, wenn:

  • Kennzahlen klar definiert sind

  • Zusammenhänge transparent sind

  • Informationen regelmäßig und verständlich vorliegen

 

Weniger Kennzahlen, mehr Steuerungswirkung

 

Ein häufiger Fehler kleiner Teams:

Man versucht, fehlende Tiefe durch mehr Kennzahlen zu kompensieren.

Das Gegenteil ist richtig.

Für Geschäftsführer reichen oft wenige, aber integrierte Größen:

  • Ergebnisentwicklung

  • Liquiditätsstatus und -prognose

  • Kostenstruktur (fix vs. variabel)

  • zentrale Treiber wie Umsatz, Auslastung oder Personal

Wichtig ist nicht die Menge – sondern die Verknüpfung.

Die Bedeutung der integrierten Planung wird in diesem Blogartikel beschrieben: www.companyon.de/blog/was-versteht-man-unter-einer-integrierten-unternehmensplanung

 

Integration schlägt Detailtiefe

Ohne Controller ist es besonders wichtig, dass:

  • GuV, Liquidität und Planung zusammenhängen

  • Änderungen automatisch durchwirken

  • keine manuelle Abstimmung notwendig ist

Isolierte Excel-Dateien erhöhen:

  • Fehleranfälligkeit

  • Abstimmungsaufwand

  • Abhängigkeit von Einzelpersonen

Integration ersetzt fehlende Ressourcen.

 

Planung und Forecast müssen schnell aktualisierbar sein

Kleine Teams haben keine Kapazität für:

  • aufwendige Planungsrunden

  • stundenlange Excel-Anpassungen

  • manuelle Forecasts

Professionelles Controlling ohne Controller bedeutet:

  • einfache und effektive Planung

  • schnelle Anpassung bei neuen Informationen

  • Fokus auf Abweichungen statt Detailarbeit

Nur dann wird Controlling im Alltag genutzt.

 

Ergänzende Beiträge:

 

 

Klare Verantwortlichkeiten statt Spezialwissen

Auch ohne Controller braucht Controlling klare Zuständigkeiten:

  • Wer aktualisiert die Zahlen?

  • Wer interpretiert sie?

  • Wer entscheidet auf Basis der Informationen?

In vielen KMU gilt:

Der Geschäftsführer bleibt Entscheider – das System übernimmt die Struktur.

 

Warum Excel ohne Controller besonders problematisch wird

Excel lebt vom Wissen einzelner Personen.
Fehlt ein Controller:

  • fehlen klare Standards

  • entstehen individuelle Lösungen

  • wächst die Abhängigkeit von Schlüsselpersonen. Entscheidendes Wissen geht verloren, wenn Mitarbeiter durch Krankheit, Unfall oder Kündigung ausscheiden.

Für kleine Teams ist Excel daher oft riskanter als hilfreich, sobald Planung und Forecast relevant werden.

Die problematische Nutzung von Excel als Basis für ein Controlling-System wird von diesem Beitrag thematisiert: www.companyon.de/blog/warum-excel-in-der-unternehmensplanung-an-seine-grenzen-stoesst

 

 

Fazit: Professionelles Controlling ist eine Frage der Struktur, nicht der Größe

Unternehmen brauchen keinen Controller, um professionell zu steuern.
Sie brauchen:

  • klare Steuerungslogik

  • integrierte Zahlen

  • einfache Prozesse

  • Systeme, die entlasten

Gerade in kleinen Teams entscheidet Controlling darüber, ob der Geschäftsführer reagiert oder steuert.

Diese Webseite beschreibt exemplarisch ein Controlling-System, welches speziell für KMU entwickelt wurde: www.companyon.de

 

Fragen & Antworten (Q&A)

Ist Controlling ohne Controller wirklich sinnvoll?
Ja. Entscheidend ist, dass Zahlen verständlich, aktuell und integrierbar sind.

Welche Rolle hat der Geschäftsführer dabei?
Er bleibt Entscheider – das Controlling liefert Orientierung und Sicherheit.

Ab welcher Größe braucht man einen Controller?
Nicht die Größe ist entscheidend, sondern die Komplexität und Dynamik des Geschäfts.

Was ist der größte Fehler kleiner Unternehmen im Controlling?
Zu viele Einzelzahlen ohne Zusammenhang – und zu viel manuelle Arbeit.