Viele mittelständische Unternehmen stehen vor einem strukturellen Dilemma:
Die Komplexität nimmt zu, die Verantwortung liegt beim Geschäftsführer – aber ein eigener Controller ist (noch) nicht vorhanden.
Das Ergebnis ist häufig:
Controlling „nebenbei“
Excel-Lösungen ohne klare Systematik
Zahlen, die vorhanden sind, aber nicht wirklich steuern
Dabei ist professionelles Controlling keine Frage der Teamgröße, sondern der Struktur.
Professionelles Controlling ist auch ohne eigene Controlling-Abteilung möglich
Entscheidend sind klare Steuerungslogik, nicht personelle Ressourcen
Wenige integrierte Kennzahlen sind wirkungsvoller als zu detaillierte Reports
Controlling muss den Geschäftsführer entlasten, nicht zusätzliche Arbeit erzeugen
Systeme, Prozesse und Verantwortlichkeiten ersetzen fehlende Spezialisten
In kleineren Unternehmen übernimmt Controlling häufig:
der Geschäftsführer selbst
die Buchhaltung
Das Problem dabei:
Buchhaltung ist rückwärtsgerichtet
der Geschäftsführer hat durch die Belastungen im Tagesgeschäft kaum Zeit für Detailarbeit
Ohne klare Struktur wird Controlling zur Zusatzbelastung – statt zur Führungshilfe.
Professionelles Controlling besteht im Kern aus drei Fragen:
Wo stehen wir wirtschaftlich?
Wohin entwickeln wir uns?
Welche Entscheidungen beeinflussen diese Entwicklung?
Diese Logik lässt sich auch ohne Controller abbilden, wenn:
Kennzahlen klar definiert sind
Zusammenhänge transparent sind
Informationen regelmäßig und verständlich vorliegen
Ein häufiger Fehler kleiner Teams:
Man versucht, fehlende Tiefe durch mehr Kennzahlen zu kompensieren.
Das Gegenteil ist richtig.
Für Geschäftsführer reichen oft wenige, aber integrierte Größen:
Ergebnisentwicklung
Liquiditätsstatus und -prognose
Kostenstruktur (fix vs. variabel)
zentrale Treiber wie Umsatz, Auslastung oder Personal
Wichtig ist nicht die Menge – sondern die Verknüpfung.
Die Bedeutung der integrierten Planung wird in diesem Blogartikel beschrieben: www.companyon.de/blog/was-versteht-man-unter-einer-integrierten-unternehmensplanung
Ohne Controller ist es besonders wichtig, dass:
GuV, Liquidität und Planung zusammenhängen
Änderungen automatisch durchwirken
keine manuelle Abstimmung notwendig ist
Isolierte Excel-Dateien erhöhen:
Fehleranfälligkeit
Abstimmungsaufwand
Abhängigkeit von Einzelpersonen
Integration ersetzt fehlende Ressourcen.
Kleine Teams haben keine Kapazität für:
aufwendige Planungsrunden
stundenlange Excel-Anpassungen
manuelle Forecasts
Professionelles Controlling ohne Controller bedeutet:
einfache und effektive Planung
schnelle Anpassung bei neuen Informationen
Fokus auf Abweichungen statt Detailarbeit
Nur dann wird Controlling im Alltag genutzt.
Ergänzende Beiträge:
Auch ohne Controller braucht Controlling klare Zuständigkeiten:
Wer aktualisiert die Zahlen?
Wer interpretiert sie?
Wer entscheidet auf Basis der Informationen?
In vielen KMU gilt:
Der Geschäftsführer bleibt Entscheider – das System übernimmt die Struktur.
Excel lebt vom Wissen einzelner Personen.
Fehlt ein Controller:
fehlen klare Standards
entstehen individuelle Lösungen
wächst die Abhängigkeit von Schlüsselpersonen. Entscheidendes Wissen geht verloren, wenn Mitarbeiter durch Krankheit, Unfall oder Kündigung ausscheiden.
Für kleine Teams ist Excel daher oft riskanter als hilfreich, sobald Planung und Forecast relevant werden.
Die problematische Nutzung von Excel als Basis für ein Controlling-System wird von diesem Beitrag thematisiert: www.companyon.de/blog/warum-excel-in-der-unternehmensplanung-an-seine-grenzen-stoesst
Unternehmen brauchen keinen Controller, um professionell zu steuern.
Sie brauchen:
klare Steuerungslogik
integrierte Zahlen
einfache Prozesse
Systeme, die entlasten
Gerade in kleinen Teams entscheidet Controlling darüber, ob der Geschäftsführer reagiert oder steuert.
Diese Webseite beschreibt exemplarisch ein Controlling-System, welches speziell für KMU entwickelt wurde: www.companyon.de
Ist Controlling ohne Controller wirklich sinnvoll?
Ja. Entscheidend ist, dass Zahlen verständlich, aktuell und integrierbar sind.
Welche Rolle hat der Geschäftsführer dabei?
Er bleibt Entscheider – das Controlling liefert Orientierung und Sicherheit.
Ab welcher Größe braucht man einen Controller?
Nicht die Größe ist entscheidend, sondern die Komplexität und Dynamik des Geschäfts.
Was ist der größte Fehler kleiner Unternehmen im Controlling?
Zu viele Einzelzahlen ohne Zusammenhang – und zu viel manuelle Arbeit.